Seit einem Jahr geht Dackel Lotte jeden Freitag mit mir in den Unterricht. Sie startete in einem 1. Schuljahr und hat die Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien mit in die 2. Klasse begleitet.
Die Kinder freuen sich, wenn Lotte in den Unterricht kommt. Lotte fühlt sich sehr wohl in der Klasse und macht gerne bei Aktivitäten im Unterricht mit.




Für Lottes Einsatz in diesem Jahr waren für mich vor allem auch die beiden Bereiche „Bedürfnisorientierte Planung und Organisation“ und „Rituale im Schulalltag“ von besonderer Bedeutung und sollen unbedingt beibehalten werden.
1. Bedürfnisorientierte Planung und Organisation
Ausgehend von der Planung der Unterrichtsinhalte für die Schülerinnen und Schüler plane ich Lottes Einsatz. Bei der Vorbereitung und Planung von Lottes Einsätzen ist es für mich grundlegend, die Bedürfnisse von Lotte im Blick zu haben und mich daran zu orientieren, zum Beispiel:
- Wo liegen Lottes Vorlieben und Stärken und wie kann sie diese einsetzen?
- Was bietet sie von sich aus an Verhaltensweisen an? Was macht Lotte gerne?
- In welchen Unterrichtsphasen ist sie aktiv im Einsatz und wann sind Ruhephasen?
- Wie soll das Setting sein (z.B. Ruheplatz, Arbeitsbereich, Nähe/ Distanz, Rückzugsmöglichkeit)?
- Was gibt Lotte Sicherheit?
- In welchen Situationen kann der Hund selbst Entscheidungen treffen (Selbstwirksamkeit)?
- Könnte es Situationen geben, in denen Lotte sich unwohl fühlt?
- Welche Alternativen plane ich ein?
Diese Vorüberlegungen haben sich für mich als besonders hilfreich erwiesen und ich kann im Unterricht flexibel reagieren. Die Beobachtungen im Unterricht – auch die genaue Beobachtung von Lottes Körpersprache – und die Dokumentation am Ende eines Schulhundtages geben mir wichtige Hinweise darauf, ob ich beim nächsten Einsatz Änderungen vornehmen bzw. was ich bei der nächsten Planung berücksichtigen muss.
2. Rituale im Schulalltag
Die eingeführten Rituale für die Tage, an denen der Schulhund im Unterricht ist, haben sich im Laufe der Zeit immer mehr etabliert und sollen auf jeden Fall beibehalten werden. In einem Blogbeitrag habe ich bereits über verlässliche und wiederkehende Rituale im Schulalltag berichtet (Rituale im Schulalltag). Wie bedeutsam sie für die Kinder und den Hund sind, zeigt sich auf vielfältige Weise.
Im Laufe des Jahres gab es zahlreiche Erlebnisse und Aktivitäten mit dem Schulhund.




- Lotte ist Ausgangspunkt für viele Erzähl- und Schreibanlässe und die Kinder berichten von ihren Erfahrungen mit ihr.
- Die Kinder können zunehmend Lottes Körpersprache beschreiben, kennen Signale und haben Verantwortungsbewusstsein für den kleinen Hund entwickelt, indem sie beispielsweise die Regeln im Umgang mit ihm berücksichtigen.
- Jedes Kind hat ein Portfolio zum Thema „Hunde“ angelegt, das im Laufe der Schuljahre mit weiteren Materialien gefüllt werden kann.
- In der Lesezeit lesen einzelne Kinder dem Hund vor.
- Viele Texte von Hunden und über Hunde wurden gelesen und vorgelesen.
- In der wöchentlichen Schreibzeit werden häufig Texte über Lotte verfasst und vorgestellt (Schreibzeit nach Beate Leßmann).
- Es gibt gemeinsame „Starter mit Lotte“ als Einstieg in darauf folgende Arbeitsphasen.
- Im Mathematikunterricht hatten die Kinder z.B. den Auftrag, Lotte bei der Lösung eines Problems im Bereich der Kombinatorik zu „helfen“.
- Im Kunstunterricht wurden kleine Projekte zum Thema „Hund/ Dackel“ durchgeführt.
- Die Kinder planen Lotte zunehmend in ihre Überlegungen für Aktivitäten mit ein. Bei den gemeinsamen Überlegungen für den letzten Schultag vor den Ferien planten sie zum Beispiel auch einen Herbstspaziergang mit Lotte ein 🙂
Insgesamt zeigt das Jahr mit Lotte zahlreiche positive Effekte für die Klasse und ich freue mich auf viele weitere Abenteuer mit Schulhund Lotte.